DSL: droht bald ein Preisanstieg der Anschlüsse?

Es ist erst einige Wochen her, als die Bundesnetzagentur den TAL – den Entgeltvorschlag für die Teilnehmeranschlussleitung – publizierte. Diese TAL wurde seit langer Zeit als „Mutter aller Vorleistungen“ betrachtet. Für lange Zeit lag nahezu jeder von der Telekom-Konkurrenz bereitgestellte Anschluss dieser Vorleistung zugrunde. Heute gilt diese Richtlinie allerdings nur noch für klassische DSL-Leitungen.

 

Diese neuen Gebühren schlägt die Telekom vor

Doch schon jetzt ist abzusehen, dass die Telekom ab Anfang Juli dieses Jahres einen monatlichen Nettobeitrag von 11,19 Euro von anderen Wettbewerbern für eine Anmietung der TAL am Hauptverteiler einfordern darf. Aktuell berechnet die Telekom für diesen Service einen Netto-Monatspreis von 10,02 Euro. Dadurch erhöhen sich die Kosten für die Vorleistung um 1,17 Euro netto bzw. 1,39 Euro brutto.

 

So funktioniert das Leitungssystem der Telekom und Provider

Dieser Kostenregelung müssen sich Mitwettbewerber wohl oder übel stellen. Schließlich ist der Hauptverteiler der zentrale Punkt des Telekom-Netzes, von dem die Kupferleitungen bis zu den Endkunden verlaufen. Dieser Service wird in erster Linie von Anbietern klassischer DSL-Anschlüsse beansprucht, bis mit maximal 16 Mbit/s funktionieren. Außerdem wurde bereits bekanntgegeben, dass sich das Entgelt für einen TAL-Zugang an Kabelverzweigern – sogenannten KVz-TAL – ebenfalls erhöht. Diese Leitungen führen zumeist von den am Straßenrand befindlichen Verteilerkästen bis hin zu den Kunden. Mussten Kunden für diesen Service bislang 6,77 Euro netto monatlich einplanen, erhöhen sich die Kosten nun auf 7,05 Euro netto. Diese KVz-Tal wird vor allem dann angewendet, falls Mitbewerber eigene VDSL-Leitungen ausbauen.

 

In die Preisanstieg sind mehrere Services inkludiert

Wie die Bundesnetzagentur weiterhin mitteilte, kommt die Erhöhung der Kosten für einen Zugang zur sogenannten „letzten Meile“ vor allem durch den Anstieg von nahezu allen relevanten Preisparametern zusammen. Diese Preisanstiege beziehen sich in erster Linie auf sämtliche Tiefbaupreise, Stundensätze für Montagearbeiten sowie Kosten bei einer Vergabe an Auftragnehmer.

 

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Doch bislang betont die Bundesnetzagentur, dass all diese Vorschläge nicht mehr als Entwürfe sind. Deshalb haben alle interessierte Parteien nunmehr die Möglichkeit, diese Vorschläge zu kommentieren. Daraufhin nehmen europäische Gremien die Entwürfe unter die Lupe. Falls die Europäische Kommission den Entscheidungen nicht widerspricht, könnten die Regelungen schon ab Juli 2019 in Kraft treten. Davon ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen.

 

Kunden hätten ein Anrecht auf eine außerordentliche Kündigung

Deshalb werden DSL-Provider höchstwahrscheinlich schon bald die Preise anheben. Ein Beispiel ist der Anbieter 1&1, der DSL-Anschlüsse mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren für 21,23 Euro je Monat offeriert. Wird von diesem Betrag die Miete für die Kupferleitung von zukünftig 13,32 Euro brutto abgezogen, müsste der Provider mit den verbleibenden 7,91 Euro alle Kosten für Mitarbeiter, Datenverkehr, Einmalkosten für Aktivierung bzw. Deaktivierung, die Telefon-Flatrate sowie andere Partnerunternehmen entrichten. Dennoch sollten sich aktuelle Kunden noch nicht zu sehr um diese Entwicklung sorgen. Wer als Kunde aktuell ein Vertragsverhältnis mit den Providern abgeschlossen hat, muss derzeit noch nicht um eine Preiserhöhung fürchten. Schließlich geht eine Preiserhöhung im Regelfall mit dem Anrecht auf eine außerordentliche Kündigung einher.

 

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